Die Uber-Arbitrage-Falle
Wie eine Essensbestellung über Uber Eats Ihnen das Recht nehmen kann, wegen Verletzungen bei einer Mitfahrt zu klagen
Datum
März 2022
Opfer
Georgia & John McGinty
Vorfall
Uber-Unfall
Ergebnis
Erzwungenes Schiedsverfahren
Was ist passiert?
Der Unfall
Im März 2022 saßen Georgia und John McGinty in einem Uber, als ihr Fahrer eine rote Ampel überfuhr und mit einem anderen Fahrzeug zusammenstieß. Der Aufprall war verheerend. Beide erlitten schwere Verletzungen, die ihr Leben für immer verändern sollten.
Georgias Verletzungen: Brüche der Hals- und Lendenwirbelsäule, Rippenbrüche, ein vorstehender Leistenbruch, traumatische Verletzungen der Bauchdecke und des Beckenbodens. Sie musste sich zahlreichen Operationen unterziehen und konnte über ein Jahr lang nicht arbeiten.
Johns Verletzungen: Ein gebrochenes Brustbein sowie schwere Brüche im linken Arm und Handgelenk, die eine offene Reposition, innere Fixierung und Knochentransplantate erforderten. Er hat noch immer eine eingeschränkte Beweglichkeit und Empfindung im linken Handgelenk.
Die Rechtsfalle
Als die McGintys versuchten, Uber wegen ihrer Verletzungen zu verklagen, stießen sie auf ein schockierendes rechtliches Hindernis. Das Gericht entschied, dass sie ihren Fall wegen einer Schiedsklausel nicht vor Gericht bringen könnten, aber hier liegt der Haken: Sie hatten dieser Klausel nie wissentlich zugestimmt.
Die Schiedsklausel stammte davon, dass ihre 12-jährige Tochter beim Bestellen einer Pizza über Uber Eats auf "zustimmen" geklickt hatte, nicht aus irgendeiner Vereinbarung über Mitfahrten.
Das Gericht in New Jersey entschied, dass die Eltern ihrer Tochter durch die Erlaubnis, Essen zu bestellen, eine "Vertretungsbefugnis" eingeräumt hatten, sie an ein Schiedsverfahren für alle künftigen Streitigkeiten mit Uber zu binden, einschließlich Verletzungen bei Mitfahrten.
Das größere Muster
Der Fall der McGintys ist Teil eines massiven Rechtsproblems, das Tausende von Opfern betrifft. Über 1.500 Klagen gegen Uber, viele davon wegen sexueller Übergriffe durch Fahrer, wurden in ein privates Schiedsverfahren statt in ein öffentliches Gerichtsverfahren gedrängt.
Allein zwischen 2017 und 2020 wurden Uber fast 10.000 sexuelle Übergriffe gemeldet, doch die meisten Opfer können aufgrund von Schiedsklauseln keine Gerechtigkeit vor Gericht suchen.
Ein Schiedsverfahren führt in der Regel zu geringeren Entschädigungen für die Opfer, läuft im Geheimen ab und verhindert, dass die Öffentlichkeit von Sicherheitsproblemen erfährt, die andere Fahrgäste schützen könnten.
Die finanziellen Auswirkungen
Die McGintys sehen sich durch ihre Verletzungen enormen finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Georgia, eine Familienrechtsanwältin, konnte über ein Jahr lang nicht arbeiten. Sie haben massive medizinische Schulden angehäuft und benötigen weiterhin zusätzliche Behandlung.
Im Schiedsverfahren verlorene Rechte:
- Kein Geschworenenprozess
- Eingeschränkte Beweisermittlung
- Nichtöffentliche Verfahren
- Geringere Schadensersatzsummen
- Keine Rechtsprechung als Präzedenzfall
- Endgültige, nicht anfechtbare Entscheidungen
Wofür sie kämpfen:
- Medizinische Kosten
- Lohnausfall
- Zukünftige medizinische Versorgung
- Schmerzensgeld
- Verminderte Lebensqualität
- Recht auf öffentliche Rechenschaftspflicht
Warum das wichtig ist
- Plattform-Konvergenz: Unternehmen nutzen Vereinbarungen aus einem Dienst (Essenslieferung), um sich vor Haftung in einem anderen (Beförderung) zu schützen
- Minderjährige binden Erwachsene: Die Zustimmung von Kindern zu Nutzungsbedingungen kann ihre Eltern rechtlich an ein Schiedsverfahren binden
- Unternehmensschutz: Schiedsverfahren halten Sicherheitsmängel von der Öffentlichkeit fern und verhindern, dass andere potenzielle Opfer von den Risiken erfahren
- Verwehrte Gerechtigkeit: Schwer verletzte Opfer erhalten weniger Entschädigung und keine öffentliche Anerkennung ihres Leids
Das Ausmaß des Problems
Klagen wegen sexueller Übergriffe, die ins Schiedsverfahren gedrängt wurden
Der Uber gemeldete sexuelle Übergriffe (2017-2020)
Öffentliche Rechenschaftspflicht für geheime Schiedsvergleiche
Tappen Sie nicht in versteckte Schiedsklauseln
Verstehen Sie, auf welche Rechte Sie verzichten, bevor Sie auf "zustimmen" klicken